Der Aero Club Walldorf


Geschichte

Nach dem zweiten Weltkrieg war Aufgrund des Flugverbots durch die Alliierten vor

1950 kein Flugbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland möglich. Erst nach der Lockerung des Flugverbots

1951 wurde es möglich Segelflug zu betreiben. Diese Gelegenheit wurde genutzt und führte zur Gründung des Aero-Club Walldorf.
Die Gründungsveranstaltung fand im Gasthaus "zur Post" statt. Zum 1. Vorsitzender wurde Kurt Helm gewählt. 2. Vorsitzender wurde Dr. Gerhard Astor. Insgesamt bestand der Verein aus 20 Mitgliedern. Als erstes Flugzeug des Vereins wurde nach neun monatiger Bauzeit im Frühjahr

1952 die SG-38 in Dienst gestellt. Der Erstflug fand in Bruchsal statt, da man sich in Walldorf noch mit den Landwirten und dem Regierungspräsidium verständigen musste um Fliegen zu können. Dies war dann allerdings nur an wenigen Tagen im Jahr möglich. Dennoch wurde der Schulbetrieb aufgenommen und der erste Flugtag veranstaltet. Im April

1953 wurde mit Hilfe finanzieller Unterstützung durch Herrn Dr. Gerhard Astor ein Doppelraab als erster Doppelsitzer erworben und später auf den Namen "Quax der Bruchpilot" getauft. Zu dem wurde eine eigene Winde zum Schlepp erworben. In dem neuen "Vereinsheim", der Scheune von Dr. Gerhard Astor, wurden auch die Arbeiten an der Mü 13 E aufgenommen. Diese wurde

1955 fertiggestellt und mit einem riesigen Festakt mit zahlreichen Ehrengästen eingeweiht. Sie erhielt den Taufnamen "Stadt Walldorf".
Im selben Jahr wurde auch der bisher größte Flugtag veranstaltet, an dem erstmals Motorflugzeuge und Fallschirmspringer teilnahmen. Die inzwischen rund 50 Mitglieder im Verein vollbringen auf den drei Flugzeugen SG-38, Doppelraab und Mü 13 E beachtliche Leistungen.

1956 wurde schließlich der Motorflug wieder gänzlich freigegeben und die Inhaber von Motorflugscheinen im Ver- ein reaktivieren diese wieder. Nun waren auch wieder Flugzeugschlepps möglich. Kurt Helm verlässt den Verein, um zur neugegründeten Luftwaffe zu gehen, 1. Vorsitzender wird daraufhin Dr. Gerhard Astor. Im Jahr

1958 wurde zwei weitere Flugzeuge erworben, eine doppelsitzige K7 und eine einsitzige K8. Somit konnten die Flugleistungen weiter verbessert werden.
Am Karfreitag

1960 wurde endlich mit dem Bau einer eigenen Flugzeughalle in der Lilienthalstraße 10 begonnen. Sie soll die neue Heimat des Vereins werden. Zum Flugtag

1961 fanden sich 10 000 Besucher ein, welche Vorstellungen der BurdaStaffel, von Flugzeugen der Luftwaffe, Fallschirmspringern, wie Madame Odette Rousseaux und Kunstflug mitverfolgen. Auch die Modellflieger stoßen wie schon in den Jahren zuvor auf reges Interesse. An Heiligabend

1962 wurde endlich das Mittelschiff der Flugzeughalle, also die Halle an sich, fertiggestellt und mit einem großen Fest gefeiert. Die beiden anderen Schiffe der Halle wurden noch vor dem Wintereinbruch

1963 fertig und retten eine Schafherde vor dem Erfrieren.

1964, nach fast 4 Jahren Bauzeit in Eigenleistung, wurde die Halle endlich ganz fertiggestellt und mit einem großen Festakt eingeweiht. Sie bietet neben dem Platz für die Flugzeuge auch Büro- und Aufenthaltsräume, eine Werkstatt und eine Gaststätte. Das Jahr

1970 brachte dann die bis dahin größten Veränderungen für den Verein. Der Verein wurde in die vier Abteilungen Motorflug, Fallschirmsprung, Modellflug und Segelflug untergliedert und durch das Anpachten von Feldern die Errichtung einer Piste von 510m Länge und 30m Breite möglich. Der Aero-Club Walldorf hat somit seinen eigenen Flugplatz - mit dem Status Sonderladeplatz Klasse 3 - erhalten. Durch mühevolle Arbeit wird der Boden für den Flugbetrieb nutzbar gemacht und ist auch heute noch in sehr gutem Zustand.
Durch die Ausweitung des Wohngebietes wird der Windenbetrieb

1972 zu riskant so dass die Segelflugzeuge nun ausschließlich per Flugzeugschlepp in den Himmel gezogen werden. Hierfür wurde eine Piper PA 18 von Hans Dittes gekauft und der Abteilung zur Verfügung gestellt.

1977 durch die Abteilung Segelflug das erste Kunststoffsegelflugzeug, ein Standard-Cirrus, gekauft.
Der Bau der "Neuen Halle" an der Nusslocher Straße wurde

1982 in Angriff genommen um die Kapazitäten zu erweitern und

1983 nach nur einjähriger Bauzeit fertig gestellt. Hier werden nun die Motorflugzeuge aller Abteilungen untergebracht. Ein Jahr später,

1984, tritt Dr. Gerhard Astor nach 27 Jahren Aktivität im Verein als Vorstand zurück und wird zum Ehrenmitglied ernannt. Die alte Halle wird

1993 generalüberholt und bekommt ein neues Dach. Auch die Gaststätte wird erneuert und erhält den Namen "Tante Ju".

1999 werden die Innenräume der "Alten Halle" renoviert und werden das neue Domizile der Abteilung Segelflug. Im Mai

2001 schließlich feiert der Gesamtverein sein 50-Jähriges Bestehen mit einem großen Flugtag.